Phosphatfällung auf kommunaler Kläranlage
Die biologische Abwasserreinigung ist bei den meisten Abwasserbehandlungen der finale Schritt. Beim Belebtschlammverfahren ist ein zentraler Bestandteil die Nachklärung, denn hier wird der Belebtschlamm vom gereinigten Abwasser getrennt. Wichtig ist stets, die Grenzwerte schädlicher Abwasserinhaltsstoffe einzuhalten, z.B. durch Phosphatfällung. Nur so kann die Eutrophierung von Gewässern und damit unnötige Umweltbelastung ausgeschlossen werden.
Optimale Belüftung ist ein weiterer wesentlicher Faktor für die Abbauleistung im Belebtschlamm. Auch hierzu bieten wir Ihnen individuelle Beratung und im Bedarfsfall eine kundenspezifische Konzeptentwicklung, die chemische Abwasserbehandlung und Kläranlagentechnik miteinschließt.
Ihre Situation
Ihre Situation – unsere Aufgabe
Phosphatfällung
Mit biologischer Phosphatelimination allein lassen sich geltende Phosphat-Grenzwerte nicht mehr einhalten. Chemische Fällungen mit Aluminium- und Eisensalzen, Polyaluminiumhydroxidchlorid (PAC) oder Produktkombinationen mit zusätzlichen Ladungsträgern sind notwendig.
Diese Systemprodukte sorgen neben der Phosphatfällung zusätzlich für eine Verbesserung der Belebtschlammeigenschaften. Die Fällmittelmengen für die Kläranlage werden in Abhängigkeit vom Wirksubstanzgehalt der eingesetzten Produkte errechnet. Bei Einsatz von Produkten mit niedrigem Wirksubstanzgehalt werden hohe Mengen verbraucht. Dies bedeutet wiederum Kostensteigerungen, da z.B. mehr Anlieferungen per LKW einschließlich Personalaufwand für Entladungsvorgänge notwendig werden.
Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Dosierstellen unterschiedlich hohe Einmischenergien benötigen.
Die Auswahl des passenden Fällmittels für Ihre Kläranlage auch in Bezug auf Verbesserung der Belebtschlammeigenschaften wird nach Probenahmen im Versuch vor Ort oder in unserem Labor geprüft. Entsprechende Abschätzungen für benötigte Mengen und Kosten bzw auch Kosteneinsparungen werden ausgewertet und übermittelt. Um eine langfristige Einhaltung der Grenzwertverordnungen für Ihre Anlage gewährleisten zu können, bieten wir eine Vielzahl von hochkonzentrierten Lösungen und Kombinationsprodukten. Die Rezeptur unserer Produkte kann individuell auf die Bedürfnisse Ihrer Anlage abgestimmt werden.
PAC-basierte Produkte bewirken einen zusätzlichen Primärflockungseffekt, durch den Trübstoffe, die ebenfalls organisch gebundenen Phosphor beinhalten, verstärkt und die Schlammflocken eingebunden werden. Dies schafft die Basis zur Reduktion von Fällmitteln.
Die Phosphatfällung kann mittels NiDeEco, unserem Konzept zur Gebläsesteuerung, automatisiert werden. Dabei wird die Fällung an online-Messwerte in der Anlage gekoppelt, wodurch Fällmittel noch effektiver dosiert werden. NiDeEco optimiert Ihre Lager- Dosier- und Pumpentechnik.
Stickstoffelimination
Der Abbau von Stickstoff durch Nitrifikation und Denitrifikation gilt als System, bei dem ungenaue oder schwankende Parameter – pH-Wert, Nährstoffverhältnis, Temperatur – schnell zu Störungen führen können:
Für den Prozess der Nitrifikation wird viel Sauerstoff benötigt. Wenn nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist, wird das schädliche Ammonium nicht vollständig umgesetzt. Die Denitrifikation kann durch mangelnden Kohlenstoff (C) negativ beeinträchtigt werden.
Sie schildern Ihre Situation und wir prüfen Ihre Kläranlage. Eine detaillierte Analyse der Rahmenbedingungen sowie der Versorgungssituation mit Nährstoffen stellt die Grundlage für unsere Konzepterstellung dar. Wir berechnen Dosierungen und organisieren eine zeitnahe Bereitstellung der geeigneten Mittel und Konzepte:
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MicroCat® Produkte- je nach Kälteperiode oder auch nach Hemmung/ Vergiftung der Biozönose
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Carbosup - Externe C-Quellen zur Dentrifikation
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NiDeEco bietet als Konzept zur Optimierung der Gebläsesteuerung eine auf Ihre Anlage abgestimmte Nitri-/Denitrifikation. Ihre Belebungsstufe wird erweitert und der Stickstoffabbau belastungsabhängig betrieben.
Grenzwerteinhaltung
Die Gefahr einer Grenzwertüberschreitung kann durch gezielten und anlagenspezifischen Einsatz von Fällmitteln eingeschränkt werden. Dabei reduzieren PAC-basierte Fällmittel die Trübe und damit auch die abfiltrierbaren Stoffe und die CSB-Fracht. Gleichzeitig wird die Flockenstruktur verbessert und die Bildung von unerwünschten Fadenbakterien im Belebungssystem reduziert. Die positive Auswirkung auf den Abbau der Abwasserinhaltsstoffe bedeutet effiziente Qualitätssteigerung der biologischen Reinigung.
Für Ihre kommunale Kläranlage ist die Einhaltung der Grenzwerte ein wesentliches Ziel. Wichtig ist deshalb auch ein für Ihre Abwasserfracht und Anlage individuell gestaltetes Konzept. Dies beinhaltet zum einen Labortests wie z.B. Absetzversuche (JAR-Tests) mit mikroskopischen Bildern, um das geeignete Fällmittel für den jeweiligen Belebtschlamm zu ermitteln. Dabei können wir Proben vor Ort entnehmen oder sie werden nach Absprache von Ihnen gemacht und uns zugesandt. Zum anderen bieten unsere Konzepte verschiedenste Möglichkeiten, mit Kläranlagentechnik die Einhaltung der Grenzwerte in Ihrer Anlage zu vereinfachen und wirtschaftlicher zu gestalten.
Belüftung Kläranlage
Luft bzw. Luftsauerstoff wird in Belebungsanlagen zum biologischen Abbau von Kohlenstoffverbindungen und Stickstoff (Nitrifikation) benötigt. Die Belüftung der Belebung wird meist über den Sauerstoffgehalt oder eine Zeitsteuerung geregelt. Die Belüftungsanlage benötigt sehr viel Energie, was einen hohen Kostenaufwand für eine kommunale Kläranlage bedeutet. Durch eine belastungsabhängige Gebläsesteuerung (Ammonium und Nitrat) kann Belüftungsleistung eingespart und die Betriebssicherheit der Anlage erhöht werden. Es können im optimalen Fall bis zu 30% Energie bzw. Kosten eingespart werden. Eine belastungsabhängige Steuerung des Sauerstoffgehalts ermöglicht zudem eine sichere Einhaltung der Grenzwerte.
Mit NiDeEco (= Nitri/Denitrifikation Economy) bieten wir ein Konzept für eine optimierte Gebläsesteuerung, das maßgeschneidert ist auf die Anforderungen in Ihrer kommunalen Kläranlage. Über eine sichere Weboberfläche werden die Parameter via Fernwartung überwacht und im Bedarfsfall optimiert. Auf Wunsch kann unser Service um Fernwartung, Mitbetreuung von Messgeräten und verfahrenstechnischen Support erweitert werden. Eine Besonderheit ist das Notfallprogramm, das die Betriebssicherheit der Anlage bei Störungen gewährleistet.
Belebtschlammoptimierung
Das optimale Absetzverhalten des Belebtschlamms ist maßgebend für den Reinigungsvorgang in der Nachklärung, bei der das Abwasser vom Schlamm getrennt wird. Eine wichtige Maßeinheit hierfür ist der Schlammvolumenindex (SVI). Schlechtes Absetzverhalten kann zu Schlammabtrieb führen. Dies gilt es zu vermeiden, denn Schlammabtrieb bedeutet eine Überschreitung der Grenzwerte und eine Verschmutzung des Vorfluters. Weiterhin führt Schlammabtrieb zu einem Verlust an Biomasse und folglich zu einer Beeinträchtigung der biologischen Reinigung. Die Ursachen von schlechtem Absetzverhalten/SVI können vielfältig sein:
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Erhöhtes Vorkommen von Fadenbakterien. Je nach Art der Bakterien kann durch Einsatz von Aluminium- oder Eisenprodukten eine Verbesserung erreicht werden.
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Schlechte Flockenstruktur, z.B. verursacht durch ein verschobenes Ca-/Na-Verhältnis. Die Flockenstruktur kann durch eine Erhöhung der Schlamm-Trockensubstanz (TS) optimiert werden. Damit wird der Nährstoffabbau verbessert, da die Trübung reduziert und die freien Bakterien im System gehalten werden können.
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Hemmung bzw.Vergiftung der Belebung oder schlechter Sauerstoffeintrag im System – auch eine Folge von schlechter Flockenstruktur. Dem kann mit der Anwendung eines Notfallproduktes oder der Optimierung der Belüftung begegnet werden.
Durch die Kombination von Laborversuchen vor Ort oder in unserem Labor mit der Auswertung von Mikroskop-Bildern kann das individuell passende Fällungs-/ Koagulations-/Flockungsprodukt bestimmt werden. Damit können wir die Belebtschlammeigenschaften und so die Gesamtleistung Ihrer Kläranlage wieder auf den optimalen Stand bringen.
Bei akuten Vergiftungsfällen in der Belebung findet sich in der Regel unter den Notfallprodukten aus unserer Aquarell-Serie eine Lösung. Im Zusammenhang mit einem optimierten Produkteinsatz ist überlegenswert, ob auch ein passendes Dosierungskonzept im Hinblick auf Ihre Kläranlagentechnik erstellt werden sollte.
Verfahrenstechnische Optimierung
Es sprechen viele Gründe dafür, dass Sie eine verfahrenstechnische Optimierung Ihrer Kläranlage in Betracht ziehen. Allein schon die vielen Grenzwerte und rechtlichen Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen, sprechen für Verbesserungsmaßnahmen bei der kommunalen Abwasserreinigung. Neue gesetzliche Anforderungen wie z.B. niedrigere Grenzwerte für Phosphat, Stickstoff oder CSB, aber auch die Aufgabe, Energiekosten einzusparen, können es erforderlich machen, die kommunale Kläranlage verfahrenstechnisch zu optimieren.
Für eine ganzheitliche Abwasserberatung machen wir uns vor Ort ein Bild von Ihrer Anlage. Wir analysieren vorhandene Daten aus dem Betriebstagebuch (BTB) und erstellen gegebenenfalls gemeinsam mit Ihrem Fachpersonal ein Probenahmeprogramm, um fehlende Daten zu erheben. Unsere Erfahrung und Fachkompetenz im Bereich Abwassertechnik ermöglicht das schnelle Einschätzen und Bewerten von Abwasserbeschaffenheit, Abwassermengen und der vorhandenen Verfahrenstechnik Ihrer Anlage.
Aus den gesammelten Daten erfolgt eine umfassende Berechnung der relevanten, verfahrenstechnischen Kenngrößen. Diese werden mit den rechtlichen Vorgaben (Genehmigungsbescheid, neue gesetzliche Regelungen, Grenzwerte, etc.) abgeglichen. Stellt sich dabei die Notwendigkeit heraus, dass beispielsweise Anlagenbauer als externe Partner hinzugezogen werden sollten, können Sie von unserem stabilen Netzwerk an geeigneten Partnern profitieren.